Im Rahmen der Projektkonzeption müssen wir Ihre Fischproduktion und die passende Verfahrenstechnik abstimmen. Das Klima, die Wasserversorgung und der Produktionsplan sind dabei von entscheidender Bedeutung. Die Kapazität der Fischzuchtanlage basiert auf den Kenngrößen Produkt, Besatz und den artspezifischen Leistungskennzahlen. Entweder geben Sie mir die Produktionskapazität vor oder sie wird durch Standortfaktoren wie das Platzangebot und die Wasserverfügbarkeit limitiert. 

Fischzuchtanlage


Meine Durchlaufanlagen statte ich mit mechanischen Filtern, Belüftungssystemen und Umwälzpumpen aus. Darüber können eine gezielte Sauerstoffversorgung und ein adäquater Wasserdurchfluss realisiert werden. Der pH-Wert hat einen entscheidenden Einfluss auf den Wasserbedarf, da nicht mehr Sauerstoff sondern stattdessen Ammoniak maßgebend ist.

Kreislaufanlagen integrieren Biofilter in die Wasseraufbereitung. Folglich wird die Fischproduktion vom Nitrat begrenzt. Deshalb benötigen Kreislaufanlagen mit Denitrifikation besonders wenig Austauschwasser. Weitere Wasserersparnis lehne ich ab, um Aufbereitung und Wiederverwendung von Rückspülwasser zu vermeiden.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann es vielerorts Sinn machen, Gebäude und aufwendige HLK-Systeme zu vermeiden. Auf Grund von Saisonalität muss ich dann unterschiedliche Wachstumskurven für jede Charge an Fisch berücksichtigen. 

Auf Grund hoher Verdünnung ist das Abflusswasser aus Durchlaufanlagen mäßig belastet. Nach Möglichkeit nutze ich eine „Dual-Drain“ Strategie, um den aufkonzentrierten Bodensatz getrennt vom Klarwasserüberlauf zu entwässern. In jedem Fall müssen Feststoffe vor der Einleitung mechanisch entnommen und gespeichert werden. 

Das Abwasser aus Kreislaufanlagen ist stärker belastet und muss vor der Einleitung nicht nur mechanisch sondern zudem biologisch und gegebenenfalls chemisch behandelt werden. Wenn ausreichend Fläche vorhanden ist, kann die kostspielige Phosphatfällung durch Nährstoffretention in Schönungsteichen ersetzt werden.  

Forelle & Saibling


Die Regenbogenforelle ist vollständig domestiziert. Spezialisierte Zuchtbetriebe bieten ganzjährig befruchtete Eier, so dass eine einheitliche Produktion realisiert werden kann. Eier von Saiblingen können zweimal pro Jahr zugekauft werden.

Im Vergleich zur Forelle vertragen Saiblinge höhere Besatzdichten. Saiblinge bevorzugen Rundstrombecken sowie weicheres, klareres und kälteres Wasser. Seesaiblinge mögen es besonders kalt. 

Regenbogenforellen werden in allen Größen vermarktet. Für die Produktion von Portions- und Räucherfischen aber auch für die Forellenkaviarproduktion werden rein weibliche Monosexpopulationen genutzt. Sterile, triploide Fische kommen für die Lachsforellenproduktion zum Einsatz.

Stör & Kaviar


Am häufigsten werden sibirischer Stör, Hybrid-Stör und Amurstör in Aquakultur produziert. Für die Kaviarproduktion kommen auch russischer Stör (Ossietra Kaviar), weißer Stör und vereinzelt europäischer Hausen (Beluga Kaviar) zum Einsatz. 

Für die langwierige Ausreifung der Rogner empfiehlt sich ein natürlicher Jahresgang für Wassertemperatur und Photoperiode. Dadurch profitieren Fischgesundheit,  Produktqualität und Arbeitsaufwand. Die Reifegradbestimmung konzentriert sich auf den Herbst und das Frühjahr. 

Für die traditionelle Kaviargewinnung müssen Störe geschlachtet werden. Alternativ können lebendige Laichfische zur Eigewinnung abgesteift werden. Die Qualität des Ovulationskaviars hängt entscheidend von der Aufbereitung der Eier ab.